Die Emile summt – die Jungimker im Großstadtdschungel

Vielfalt und Nachhaltigkeit standen im letzten Schuljahr im Mittelpunkt unseres Konzepts. Wir befassten uns im Projektunterricht mit ökologischer Ernährung und Landwirtschaft. Und so wurden auch die Honigbienen zu unseren neuen Haustieren.

Wir ließen uns von den Phänomenen des Superorganismus Bienenstaat, dem Bien, faszinieren und lernten unter anderem viel über die Heilkraft von Honig und Propolis. Der Honigertrag steht für uns nicht an erster Stelle, wir interessieren uns vielmehr für die Bedeutung der Bienen bei der Erhaltung eines gesunden und vielfältigen Ökosystems.

Die Kinder der P2 lernen und arbeiten begeistert, neugierig und einsatzfreudig, um Jungimker zu werden. In Berlin, Paris und New York ist das Imkern voll im ökologischen Trend. Die Beuten werden optimal in Schreber- und Kleingärten, in Parkanlagen, auf Dächern und sogar auf Balkonen aufgestellt.

Unsere Bienenbehausungen, die Beuten, stehen auf einer, mit sanft bewaldeten Brachfläche, wo die Bienen reichlich Nektar und Pollen finden. Städte bieten mittlerweile der Honigbiene ein vielfältigeres Angebot an Nahrung, als das agrarindustriell bewirtschaftete Land. Dort fehlt es an Hecken, Kleingehölzen und Brachflächen- Die Bauern kultivieren zu wenige Zwischenfrüchte und mähen ihre Wiesen meist vor der Blüte. So leben die Bienen mittlerweile in der Stadt gesünder, als ihre Schwestern auf dem Land.

Wir kultivieren zwei verschiedene, sanftmütige Rassen von Honigbienen:

Die Kärntner Honigbiene (Apis mellifera carnica) ist eine Unterart oder Rasse der westeuropäischen Honigbiene (Apis mellifera), die nach der letzten Eiszeit den Raum von der Türkei bis nach Österreich besiedelte. Sie kommt gut mit heißen Sommern und kalten Wintern zurecht, ist sanftmütig, brütet zeitig im Frühjahr und bringt gute Honigerträge. Allerdings besitzt sie gegenüber anderen Rassen einen erhöhten Schwarmtrieb.

Die Buckfast-Biene (Apis mellifera buckfast) ist eine Kreuzung von einer vom Aussterben bedrohten Schwarzen Biene (Apis mellifera mellifera) mit einer lederbraunen italienischen Honigbiene (Apis mellifera ligustica). Der Benediktinermönch Bruder Adam züchtete in dem englischen Kloster Buckfast diese friedliche, schwarmträge und erbfeste Bienenrasse mit guten Honigerträgen.

Eine wesensgemäße Bienenhaltung erfordert Erfahrung, Hingabe, Aufmerksamkeit und Respekt gegenüber dem Organismus „Bien“. Voraussetzung sind eine gute Standortwahl und regelmäßige Kontrollen der Brutentwicklung, des Futters und des Krankheitsbefalls.

Wir betreiben Natur-Wabenbau  und verwenden Trogbeuten, die aufgrund ihrer Konstruktion, zum Beispiel ungeteilter Brutraum, keine Absperrgitter, eine wesensgemäße Bienenhaltung erlauben.

Die Anwendung von zugelassenen Naturprodukten (Milchsäure, Ameisensäure und ätherische Öle) bei der Milben-Behandlung, in wohldosierten Mengen zum richtigen Zeitpunkt, sind für uns selbstverständlich.

Unsere Bienen entwickeln sich zu starken und robusten Völkern. Wir hoffen, sie überstehen die kalte Jahreszeit gesund und starten kräftig ins nächste Jahr.