Was nach der FOS möglich ist…

Mit dem Fachabitur nach Klasse 12 in der Tasche ergeben sich noch deutlich mehr Möglichkeiten für das weitere Lernen oder den Weg in den Beruf als nach Klasse 9 und 10. Daher empfehlen wir unseren eigenen Schülern, dieses Ziel anzustreben, vor allem wenn noch kein klarer Wunsch für eine Ausbildung vorhanden ist und Lerndisziplin, Sachinteresse und Ausdauer vorhanden sind.

Emile FOS 13 – Studierfähigkeit und „Co-Working Space “

Bei einem Notendurchschnitt von 3,0 im Fachabitur können die Absolventen unserer FOS  die nächste schulische Prüfung – die allgemeine bzw. fachgebundene Hochschulreife absolvieren. Gemeinsam mit den Lehrern entstand das Konzept eines neuartigen Lernraums „Emile FOS 13“ – eine innovative Mischung aus Infrastruktur, Unterricht und Eigenverantwortung.

Die Schüler arbeiten während des letzten Schuljahres vor dem Abitur in bereit gestellten Räumen der Schule in Gemeinschaften oder alleine. Unterricht ist an rund 8- 10 Stunden pro Woche vorgesehen, dazu erfolgen Vertiefungen und Einzelcoachings nach Bedarf. Über eine internetbasierte Lernplattform, die an unserer Schule seit 2 Jahren erprobt und von den Lehrern je nach Fach befüllt wird, sind sie an den Lernstoff und das pädagogische Team angebunden. Regelmäßige Lernstandserhebungen sind Teil des Konzeptes. Wie in den anderen Klassenstufen, erfolgen die Prüfungen in Zusammenarbeit mit einer externen Prüfungsschule. Für das pädagogische Team und die Schüler eine Pionierleistung, denn bisher ist uns kein vergleichbares Projekt an einer Schule bekannt.

Die Schüler sind an unserer Schule ein hohes Maß an Eigenverantwortung gewöhnt, im Rahmen des „Co-Working Space FOS 13“ erhält dieses Prinzip sicherlich noch eine Steigerung, was wir und viele Akteure aus dem Hochschulbereich aber für eine positive Entwicklung im Hinblick auf die Studierfähigkeit und die Vielzahl von Studienabbrechern halten. In kaum einem Land scheitern so viele junge Menschen an ihrem Studium wie in Deutschland. Allgemein bricht an den Universitäten jeder 3. Student sein Studium vor Erreichen des Abschlusses ab, in den Technikfächern liegen die Abbrecherquoten noch höher: 45% Informatik, Mathematik 47 %.  Nach Erhebungen der Uni Konstanz  liegt die hohe Zahl der Abbrecher auch darin begründet, dass den Studierenden die Erfahrung mit eigenständigem und effizientem Lernen fehlt. Die freie Gestaltung des Studiums bereitet den Studierenden, die mehrheitlich aus einem klassischen Schulsystem kommen, große Mühe.

Co-Working-Bereiche sind für uns Arbeitsformen der Zukunft und verkörpern Werte wie Offenheit, Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft. Wir finden, damit kann man ruhig schon in der Schule beginnen!

(Duales) Studium

Mit dem Fachabitur nach Klasse 12 ist es möglich, an jeder Hochschule für angewandte Wissenschaften in Deutschland zu studieren. Auslandserfahrung in Form von einem oder zwei Auslandssemestern ist inzwischen Standard an den meisten Hochschulen. Hier zum Beispiel die Hochschule München https://www.hm.edu/allgemein/hm_international/uebersicht_6/index.de.html

Die Studiengänge an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften verbinden den Erwerb theoretischen Wissens mit praktischer Erfahrung. Die Master-Studiengänge dienen der Qualifikationserweiterung bei bereits erfolgreich abgeschlossenem Erststudium (Abschluss Bachelor). Die grundständigen Studiengänge mit dem Abschluss eines akademischen Bachelorgrades – einschließlich des praktischen Studiensemesters – sind in der Regel auf 6 bzw. 7 Semester angelegt.

Die Fachhochschulen in Deutschland sind – je nach Größe – auf Fachrichtungen spezialisiert. Die „Großen“ bieten durch viele Fakultäten ein akademisches Miteinander in vielen, auch unterschiedlichen Fächern an. Häufig sind sie räumlich und architektonisch auf einem „Campus“ nach dem Vorbild von Universitäten in angelsächsischen Ländern orientiert.

Die Studierenden sollen sich nach ihrem Studienabschluss neben fundierter Fachkompetenz durch nachhaltiges und unternehmerisches Denken und Handeln sowie internationale Erfahrungen und interkulturelle Kompetenz auszeichnen. Mit diesen zusätzlichen überfachlichen Qualifikationen bereiten die Hochschulen ihre Absolventen darauf vor, sich mit Weitblick, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein in Beruf und Gesellschaft einzubringen.

Die meisten größeren Hochschulen, wie z.B. die Hochschule München bieten sowohl die Bachelorausbildung für Schulabgänger und beruflich Qualifizierte mit anschließender Masterausbildung und der Möglichkeit zur Promotion an als auch die Aufnahme eines Studiums  begleitend zum Beruf (duales Studium) sowie anwendungsorientierte Forschung nach einem Studium während der Berufstätigkeit.

Ausbildung

Mit einem Hochschulabschluss erweitert sich auch die Möglichkeit der Ausbildungsberufe. Viele Ausbildungen setzen Abitur voraus (Quelle: http://www.bildungsxperten.net/wissen/fuer-welche-ausbildungsberufe-benoetige-ich-abitur/)

  • Ausbildungen in der öffentlichen Verwaltung, z.B. Verwaltung, Verfassungsschutz, Polizei, Zoll, etc.
  • Für die technische Laufbahn im gehobenen Dienst wird sogar mindestens ein Bachelor verlangt.
  • Ausbildung zum Fluglotsen/ Fluglotsin
  • Ausbildungen in Unternehmen mit dem Ziel Führungsebene. Diese Ausbildungen stehen meist nur Schulabgängern mit Abitur zur Verfügung.
  • Handelsassistent/in
  • Industrietechnologe/ -technologin
  • Staatlich geprüfte/r Assistent/in der Hotellerie
  • Verkehrsflugzeugführer

2 Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung DZHW, OECD Studie „Bildung auf einen Blick 9/2016“
3 “Studierendensurvey Uni Konstanz“