FOS Schnupperkurs

Von Lötstellen, Tonstudios und FOS-Luft

Dass Lehrer in nächtlicher Vorbereitungsstunde den Lehrplan durchforsten, um Themen zu finden, die das Interesse ihrer Schülerinnen und Schüler wecken, ist an sich noch kein ungewöhnlicher Vorgang. Dass sich 15 bis 16- jährige Schüler finden, die freiwillig an drei Tagen ihrer ohnehin knapp bemessenen Faschingsferien in ihre vielleicht künftige Schule kommen um zu arbeiten, erstaunt schon sehr viel mehr.

Wer dann bei der Vorstellung der Ergebnisse am vergangenen Freitag in Neubiberg erleben durfte, mit wie viel Schwung und Professionalität die Teilnehmer des „FOS-Schnupperkurses“ ihre Arbeiten präsentierten, dem ist um die Zukunft dieser jungen Leute nicht bang. Doch vor den Erfolg setzten die Götter bekanntlich den Schweiß und in diesem Fall viele, viele Lötstellen.

Um ein Beispiel für projektorientiertes Arbeiten an der künftigen Fachoberschule der Emile-Montessorischule zu geben, entwarfen mehrere künftige FOS-Lehrer aus verschiedenen Fachrichtungen den „Verstärkerkurs“.

Sie machten sich zunächst auf die Suche nach Themen, die im bayrischen Lehrplan stehen UND spannend sind. Lehrer Denis Dietzfelbinger: „Die Themen an sich sind ja interessant – die Kunst ist, die Theorie mit der Praxis zu verbinden und für die Schüler erlebbar zu machen!“ Sagen Lehrer das nicht immer? Das Ergebnis und der Spaß der Schüler überzeugten alle Anwesenden in diesem Fall von gelungener Lehrerkunst.

Die Teilnehmer betraten vielfach Neuland und begaben sich in die Welt von Schaltplänen und Lötkolben. Über 50 Lötstellen mussten akribisch abgearbeitet werden, um am Ende einen hoffentlich funktionierenden Mikrophonverstärker in Händen zu halten. Der wurde anschließend unter Profibegleitung im Tonstudio der Produktionsfirma BummFilm gleich ausprobiert.

Womit? Mit selbst gereimten englischen Poetry-Slam Gedichten. Die Jugendlichen klemmten ihren eigenen Verstärker ans Studiomikro und rappten drauflos!

Dass die Absolventen ganz nebenbei in diesen drei Tagen physikalische Grundlagen sowie Deutsch und Englisch gebüffelt haben, fiel den Schülern zunächst gar nicht mehr auf. Eine Schülerin verblüfft: „So hat mir das Lernen Spaß gemacht, die hier gelernten Sachen vergesse ich ganz bestimmt nicht so schnell!“

Ein Coaching in Präsentationstechnik half den Schülern vor dem anstehenden Vortrag auf die Sprünge. Vor Publikum sollten sie Werbung für ihr Produkt machen. Präsentationstechnik und Marketing? Im Leben immer hilfreich und bei den anstehenden Prüfungen sicher auch von Nutzen!

Die Teilnehmer konnten auf diese Art und Weise einen Einblick gewinnen, wie an der künftigen Fachoberschule fächerübergreifend und projektorientiert gearbeitet wird – eben schon mal FOS-Luft schnuppern!