Club of Rome & Emile Montessori-Schulverbund

Im Dezember 2016 haben wir uns um eine Aufnahme in das Netzwerk der Club of Rome Schulen Deutschland beworben. Während des Zertifizierungsprozesses konnten wir bereits an einigen Netzwerkveranstaltungen teilnehmen und uns dort einbringen.

Wir freuen uns sehr, dass wir am 29 Juni tatsächlich Teil des Netzwerkes geworden sind.

 

Warum haben gerade wir uns für eine Teilnahme interessiert?

“Think global, act local” – das Ganze in den Blick zu nehmen, diese Idee ist es, die uns am Club of Rome (COR) gefällt. Als Schule sehen wir es als unsere Verantwortung, junge Menschen so auszubilden, dass sie neben einer fachlichen Befähigung den Blick über den Tellerrand hinaus werfen, quer denken und Zusammenhänge erkennen. Keine Grenzen für das Lernen! – dieses Club of Rome Statement drückt auch unser Bildungsverständnis aus.

Wir sind davon überzeugt, dass besonders drei unserer gemeinsamen Kernthemen von großer Wichtigkeit für Bildung in der heutigen Zeit sind, da sie elementare Bausteine darstellen für die Begleitung der Generation, die die Welt von morgen gestalten wird: Ganzheitliches Lernen, handlungsorientiertes und sinnstiftendes Arbeiten in der Schule und der Welt sowie der Aspekt der Nachhaltigkeit in mehrfacher Hinsicht.

Gemeinsam mit anderen wichtige und zukunftsweisende  Dinge voranbringen – ein Bildungsziel für unsere Kinder, dem wir uns auch als Schulgemeinschaft verpflichtet fühlen. Partnerschaftlich mit anderen Schulen und dem großen Netzwerk des COR möchten wir einen Beitrag dazu zu leisten, Schulen hier und anderswo als Orte nachhaltiger Bildung für das Leben zu gestalten und Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, die Herausforderungen der Zukunft verantwortungsbewusst annehmen zu können: „Nachhaltig und offen für Neues, ökologisch vernünftig, ökonomisch und sozial gerecht“.

Das Thema Nachhaltigkeit hat in unseren Augen mehrere Facetten, die für uns als Schule von Bedeutung sind. Nachhaltiges Lernen entsteht, wenn kognitives Arbeiten mit positiven Emotionen verbunden wird, hier spielen die oben genannten Faktoren eine wichtige Rolle. Nachhaltigkeit bedeutet für uns aber auch, wie in den Grundsätzen des COR beschrieben, die Einbettung von Denk- und Lernprozessen in den gesamten Kontext, sowohl zeitlich als auch räumlich. Unsere Pädagogen arbeiten eng mit vielen Organisationen und Kooperationspartnern zusammen, die die Schüler als außerschulische Lernorte aufsuchen. Aber wir laden ebenso Experten (Wissenschaftler, Zeitzeugen, Handwerker, Eltern mit besonderen Erfahrungen) in die Schule ein und freuen uns, wenn es gelingt, mit Fachkompetenz und Begeisterung für ihr persönliches Thema manchmal wahre Lernfeuer bei den Schülern (und den Pädagogen) zu entfachen.

Nachhaltigkeit fördern heißt für uns auch, den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen die Bedeutung von sozialer und ökologischer Verantwortung zu vermitteln. Sie zu befähigen und vor allem auch zu ermutigen, diese schrittweise eigenverantwortlich zu übernehmen. Die Nachhaltigkeitsziele der UN, für deren Umsetzung sich die COR Schulen einsetzen, sind hierfür eine wesentliche Grundlage.

Entwicklung von Ideen und Aktionen mit Schülern aller Schularten, zum Thema „Verantwortung“:

o   individuelle Verantwortung (für das eigene Lernen)

o   soziales und nachhaltiges Handeln in Schul-/ lokalen Projekten

o   Fähigkeit zum Denken in globalen Zusammenhängen

 

Unsere aktuellen Club of Rome Projekte

We4Tree – Der Start zu diesem Projekt war die 10 Jahresfeier unserer Schule, anlässlich derer wir 11 Bäume in unserer Standortgemeinde gepflanzt haben, zusätzlich führten die Schüler im Kindergarten, vor dessen Gebäude die Bäume nun stehen, ein Baumprojekt durch.

Unsere We4Tree-Gruppe ist unsere Initiative zu Baumpflanzaktionen nach dem Vorbild von „Plant for the Planet“. Die Schülerinnen und Schüler dieses Kurses haben zahlreiche Ideen entwickelt, wie sie ihr Ziel, im kommenden Jahr 150 Bäume zu pflanzen, verwirklichen können. Die Promotion der Suchmaschine „Ecosia“, die sich verpflichtet für 56 Suchanfragen einen Baum zu pflanzen, https://www.ecosia.org/ sowie der Verkauf der „Guten Schokolade“ zugunsten der Aktion „Plant for the Planet“ sind wichtige Aktivitäten unserer We4Tree-Schüler.

https://www.plant-for-the-planet.org/media/files/download/faq_dieguteschokolade.pdf

Weiterhin klären sie an der nahegelegenen Bahnschranke Autofahrer über die Konsequenzen ihrer laufenden Motoren auf. Für das Frühjahr ist eine große „Emile Bike“-Aktion geplant, mit der sie ihre Mitschüler und Lehrer zum Umsteigen auf das Fahrrad animieren möchten. Außerdem schreiben die Schüler seit einigen Wochen einen Umwelttipp der Woche für unser internes Memo, das an alle Eltern per Mail versandt wird – der Tipp schafft es auch regelmäßig auf unsere Facebookseite – zieht also mittlerweile recht weite Kreise.

Die Schüler, die an diesem Projekt mitarbeiten, sind sehr engagiert und haben mittlerweile viele eigene Ideen entwickelt. Dieses Engagement und ihre Eigeninitiative zeigen uns das Potential unserer Jugendlichen auf eindrucksvolle Weise. Gerade deshalb wirkt das Projekt besonders stark in die Schulgemeinschaft und auch in die Öffentlichkeit hinein (siehe Artikel SZ zur Projektwoche).

 

Energiescouts – unser zweites COR Projekt im Bereich der Nachhaltigkeit ist die Ausbildung unserer Energiescouts, die uns alle dazu anregen sollen, sorgsamer mit den Ressourcen umzugehen, die uns zur Verfügung stehen. Hierzu haben wir im Herbst eine Kooperation mit der Energieagentur im Landkreis Ebersberg begonnen: 12 „Energiescouts“ aus unserer Projektstufe (Klasse 7 + 8) werden dazu angeleitet, Potenziale der Energieeinsparung und der effizienten Nutzung von Energie im schulischen Umfeld und idealerweise auch in der häuslichen Umgebung zu erschließen. http://www.energiewende-ebersberg.de/Home.html

Unsere Scouts werden in den nächsten Wochen und Monaten als Multiplikatoren in der Schulgemeinschaft das Gebäude, den Energieverbrauch und Einsparmöglichkeiten gemeinsam unter die Lupe nehmen und ihre Erkenntnisse und Erfahrungen mit allen Schülerinnen und Schülern teilen, denn nur gemeinsam können wir die SDGs Ziele erreichen.

Sie haben bereits damit begonnen, in den Klassenzimmern Schilder anzubringen, die an „Licht aus“, „Raumtemperatur prüfen“ u.ä. erinnern. Weitere Aktionen sind in Planung. Bei diesem Projekt werden wir nicht nur mit der Energieagentur Ebersberg und einem lokalen Schulnetzwerk im Landkreis Ebersberg zusammen arbeiten, sondern auch mit der Gemeinde Neubiberg, deren umfangreiches Klimaschutzprogramm wir mit dieser Maßnahme aktiv unterstützen möchten. http://www.neubiberg.de/home/umwelt-und-energie/klimaschutz/

Wir fühlen uns den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung der Welt (SDGs) verpflichtet,  die 2015 von den 193 Mitgliedsstaten der Vereinten Nationen einstimmig auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York verabschiedet worden sind (vgl. Startbild und Link: https://sustainabledevelopment.un.org/sdgs)

 

„Weltenbürger willkommen“ – hier handelt es sich um ein Integrationsprojekt für Jugendliche zum Erwerb von Deutschkenntnissen  sowie schulischen und persönlichen Qualifikationen. Wir haben drei jungen Flüchtlingen im Frühjahr 2016 einen kostenfreien Schulplatz an der Emile zur Verfügung gestellt und sie an unserer Schule aufgenommen. Jetzt besuchen sie unsere Schule und werden auf ihrem Weg ins Berufsleben von unserer Schulgemeinschaft begleitet.

Zusätzlich findet seit Februar ein Sprachkurs am Nachmittag für insgesamt 14 Jugendliche statt, davon rund die Hälfte mit Migrationshintergrund, mit der Zielsetzung Spracherwerb und Integration.

Wir möchten mit diesem Projekt die Integration insbesondere der drei jungen geflüchteten Menschen, den Ausbau ihrer sprachlichen Kenntnisse, ihre Möglichkeiten, an Berufswelt und Gesellschaft teilzuhaben, sowie ihre Berufsorientierung fördern. Gleichzeitig bietet dies den Schülern unserer Schule die Chance, ihre soziale und kulturelle Kompetenz auszubauen, kulturelle Unterschiede kennen zu lernen und somit Berührungsängste vor dieser Verschiedenheit abzubauen. Schüler, sowie die Schulgemeinschaft profitieren von der gestiegenen Sozialkompetenz und der Möglichkeit des Lernens von- und miteinander.

Viele Mitglieder der Schulgemeinschaft unterstützen das Projekt nach Kräften in vielen Dingen persönlicher und materieller Art. So können wir den Dreien auch die Teilnahme an unserem Kletterprojekt „Emile Gipfelstürmer“ gemeinsam mit anderen Jugendlichen ermöglichen. Besonders schön ist es, zu sehen, wie Freundschaften entstehen, die Mitschüler persönliche Verantwortung übernehmen und sich um die drei Jungs kümmern.

Aber fast noch schöner ist, welche Bereicherung durch den Kontakt mit anderen Kulturen entstehen kann: Im Projektprüfungsfach Soziales entsteht ein syrisch-arabisches Kochprojekt, die Montessoriarbeit von zwei Schülern informiert uns über ihre Heimatländer und am Tag der offenen Tür gab es arabische Köstlichkeiten und Chai zugunsten des Gipfelstürmerprojektes.

Das Projekt wirkt sowohl innerhalb der Schulgemeinschaft und hier natürlich besonders in den drei Klassen der Mittelschule, in denen die Schüler aufgenommen wurden, aber dank der Unterstützung der Eltern und durch die gemeinsamen Aktivitäten auch darüber hinaus.

Wir werden die Jugendlichen im Hinblick auf ihre berufliche Zukunft intensiv beraten und begleiten (Vermittlung von Praktika, Unterstützung bei Bewerbungen etc.), und weiterhin eng mit dem Helferkreis zusammenarbeiten, Veranstaltungen zu diesem für uns alle so wichtigen Thema machen, um die Öffentlichkeit zu informieren und unser Bekenntnis für eine friedliche Gemeinschaft, in der man sich offen und vorurteilsfrei begegnet, bekräftigen – heute sicher nötiger denn je.