Besuch der Generalsekretärin der SPD an der EMILE

Zu Besuch war am 11.10.2013 in der Emile Montessori Schule in Neubiberg die Generalsekretärin der SPD, Frau Kohnen. Sie erzählte uns etwas über ihr Privatleben und wie sie zu dem Amt der Generalsekretärin und ihrer Arbeit in der SPD-Landtagsfraktion überhaupt kam.

Als erstes wurde sie in den Gemeinderat von Neubigerg gewählt. Danach folgte ihre Wahl zur Abgeordneten im Bayerischen Landtag und schließlich wurde sie von ihrer Partei zur Generalsekretärin ernannt.

Spannend für uns war, wie sie überhaupt zur Politik kam.
Von 1997-1999 lebte sie in Frankreich. Das zweite ihrer beiden Kinder kam sogar dort zur Welt. Wie in Frankreich selbstverständlich, erhielt sie dort eine qualifizierte Kinderbetreuung, und dies gratis. Als sie im Jahre 1999 wieder nach Deutschland zurückkam (nach Neubiberg), erkundigte sie sich als Erstes nach freien Krippenplätzen für ihre Kinder. Als Antwort bekam sie, dass es keine freien Krippenplätze in Neubiberg gäbe und so etwas in Bayern auch gar nicht erforderlich sei. Mütter in Bayern würden lieber bei ihren kleinen Kindern zuhause bleiben. Frauen, die eine Kinderkrippe in Anspruch nehmen, nutzen die freie Zeit ohnehin nur für  Kaffeekränzchen in der Stadt oder ausgedehnte Shoppingtouren. Als sie das mitkriegte, dachte sie, dass sie wohl nicht richtig hören würde und war richtig sauer und empört. Als sie mal wieder völlig frustriert und verärgert aus dem Rathaus kam, wurde gerade vor diesem Wahlkampf gemacht. Fr. Kohnen hat bei einer der Kandidatinnen namens Fr. Rumsschöttel nachgefragt, ob sie das, was sie da gerade gehört hatte, ändern würde. Die Bürgermeisterkandidatin, selbst berufstätige Mutter von sechs Kindern antwortete, dass es, da sie diesen unsäglichen Missstand oft am eigenen Leibe erfahren hätte, ihr ein echtes Herzensanliegen sei, daran etwas zu ändern. Als nun Fr. Rumschöttel zur Bürgermeisterin gewählt wurde, fragte diese Frau Kohnen, ob sie nicht im Gemeinderat mitwirken wollte. Diesen Vorschlag nahm Frau Kohnen gerne an.

Die erste Gemeinderatssitzung fand sie sehr seltsam, denn sie diskutierten, ob die Bushaltestellen in Neubiberg und Umgebung Blau oder Grau gestaltet werden sollte. Nach dieser ersten, für Frau Kohnen doch sehr merkwürdigen Sitzung, wurden die nächsten aber zunehmend interessanter und von den Themen auch bedeutsamer. Frau Kohnen war von 2002-2008 Mitglied im Gemeinderat.

Im Jahre 2007 kandidierte Frau Kohnen für den Landtag. Ihre Strategie war, dass sie an 8000 Häuser klopfte und sich bei jedem persönlich vorstellte. Mit Hilfe eines Überhangmandats erhielt sie einen Sitz im Bayerischen Landtag.

Im Jahre 2009 wurde Frau Kohnen darum gebeten Generalsekretärin der SPD zu werden. Anfangs wollte sie das Amt nicht annehmen weil sie dachte ihre Aufgabe wäre es, nur Kritik zu üben. Daraufhin versicherte ihr die SPD-Führung, dass sie das Amt frei gestalten könnte. Also willigte sie ein. Seit dem ist sie Generalsekretärin der SPD.

Auf die Frage was eine Milchkanne mit der Wahl zu tun hat antwortete Frau Kohnen, dass die Deutschen einen vollen Kühlschrank hätten, indem auch immer genug Milch sei und es ihnen meist sehr gut geht, also weshalb sollten sie etwas verändern  wollen?

Anschließend erklärte sie uns noch den Umgang mit der Presse und die sogenannte 1-2-3 Regel.
1=Darf man erzählen
2=Ich erzähl dir was, dafür erzählst du mir auch mal was
3=Darf man nicht schreiben.

Besonders belustigen fanden wir Schüler das, was uns Frau Kohnen über ihren ursprünglichen Beruf berichtete. Sie war 15 Jahre lang Autorin von Schulbüchern. Als die Umstellung von G9 auf G8 war gab es viel Verwirrung. Es gab viele Kürzungen am Lehrplan die nicht durchdacht waren. Deshalb haben die Schulbuchautoren die Bücher nach Lehrplan angefertigt, aber dieser ging kreuz und quer, das Wissen baute nicht auf bereits gelerntes auf.

Am Ende ihres Besuches lud Frau Kohnen die Mädchen zum Girlsday der SPD ein. Manche von uns dürfen die SPD sogar im Bundestag besuchen.