Frühlingskonzert in der Emile

Jetzt kann er endlich kommen, der Frühling. Die Kinder der Emile haben alles gegeben, ihn beim diesjährigen Frühlingskonzert herbeizurufen.

Unter dem Motto „Die Welt der Tiere“ standen sowohl das Konzert, als auch die anschließende Kunstausstellung, die dem Musikalischen einen besonders schönen Rahmen verlieh und ein Gesamtkunstwerk entstehen ließ. So wurde aus dem Konzert der Unterstufe letztendlich eine jahrgangsübergreifende Veranstaltung. Und die war gelungen!

Dass der Kunstunterricht in den letzten Wochen die „Tierwelt“ zum Thema hatte, konnte man hinsichtlich der Fülle der Werke leicht erraten. So entstanden farbenfrohe Ölkreidearbeiten, Fensterbilder, Pappmaché-Figuren und Aquarellbilder von allen nur erdenklichen Tierarten. Auch die Falttechnik „Origami“ kam zum Einsatz und schwebte in Form der typischen, Glück – bringenden Kraniche von der Decke.

Musikalisch erwartete uns Zuhörer ein abwechslungsreiches Potpourri, das versprach die Auflistung der Stücke laut Programm und man darf vorab verraten, dass wir nicht enttäuscht wurden. Dabei sollte für jeden etwas dabei sein: Den Klassik-Fan, den Liebhaber des Volkstümlichen oder des Rockig-Modernen. Besonders spannend: Einige Stücke fielen sogar unter die Rubrik „Eigenkomposition“.

Der Konzertsaal (die Kantine der Emile mit Bühne) war ausverkauft. Einige zu spät kommende Väter ergatterten erleichtert die letzten Stehplätze. Anfänglich klappernde Schuhe, rutschende Stühle und das aufgeregte Stimmengewirr verrieten nicht, wer aufgeregter war: Die mitfiebernden, erwartungsvollen Eltern im Publikum oder die mitspielenden, konzentrierten Schüler – einige davon festlich gekleidet.

Endlich. Nach einer herzlichen Begrüßung des – für den heutigen Abend – Konzertdirektors Christoph Ludwig durfte es dann endlich losgehen mit unserer Entführung ins Tierreich in 33 Stücken.

Auf die stimmungsvoll in frühlingshaft grünes Licht getauchte Bühne traten die kleinen und größeren Künstler der Reihe nach und präsentierten mutig und stolz ihre rhythmischen Tier-Stücke und -Lieder. Eine melodisch abgestimmte Aneinanderreihung von Instrumentalstücken ließen Klavier, Geige, Gitarre oder Flöte zum Klingen bringen. Egal ob als Solo, im Duett oder als Gruppe im Kanon und in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen – wir, das Publikum befanden uns bereits mitten im Zoo, wenn nicht sogar schon im Käfig selbst. Nicht nur die Haustiere wurden bedacht im „Katzenkanon“ oder „Papageienlied“, sondern auch die großen Wilden wurden abgedeckt mit „Wenn der Elefant tanzen geht“. Waren wir eben noch beim Kuckuck im Wald, durften wir schon abtauchen in die Meerestiefen mit dem wunderbar einfühlsam gespielten Klavierstück „Dolphins“.

Wahre Gänsehautmomente waren auch dabei, obwohl weder Gans noch Eisbär intoniert wurden. Dafür reichte die persönliche Interpretation des Stückes „Rolling in the Deep“ von Adele durch eine Gesangsschülerin aus oder „Every Breath You Take“ von The Police – in diesem Fall eine Solo-Präsentation auf Gitarre mit begleitendem Gesang.

Überraschendes in Form witziger Texte und Melodien holte uns von unserem tierischen Ausflug wieder zurück ins Jetzt. Lieder mit Ohrwurmcharakter wie „Like a Birdy“ ließen uns letztendlich beschwingt die Heimfahrt antreten.

Nach eineinhalb Stunden höchster Anspannung sollte für die mitwirkenden Schüler klar sein: Es hat sich gelohnt, das Lampenfieber zu überwinden.

Etwas sei noch anzumerken nach so viel gebührendem Lob: Zu einem Auftritt dieser Klasse gehört auch eine standesgemäße Verbeugung. Es gab absolut keinen Grund, sich zu verstecken. Also, liebe Musiker, genießt beim nächsten Mal den tosenden Applaus, er ist für Euch bestimmt!