Von der Suche nach dem Glück und dem, was Jugendliche antreibt – Präsentation der großen Montessoriarbeiten an der Emile Montessorischule

Was ist Glück? Heute schon einen Glücksmoment gehabt? Reicht es, wenn einem der Friseur die Haare nicht verschneidet oder darf es ein bisschen größer sein? Jungfilmemacherin Lili brachte die Besucher ins Grübeln.

An der Emile Montessorischule München Südost wurden diese Woche die großen Montessoriarbeiten präsentiert. Die etwa 14-jährigen Schüler hatten zuvor ein Jahr Zeit, sich selbst ein Thema zu suchen und eine praktische Arbeit oder ein Projekt durchzuführen. Das Publikum staunte, mit wie viel Kreativität und Engagement die Jugendlichen ihr Thema umsetzten.

Hilfseinsätze in Flüchtlingsunterkünften wurden durchgeführt, Atriumhäuser im Modell entworfen, Schreibtische geschreinert, Tanzvideos gedreht und alten Möbelstücken mit großem Ideenreichtum und kleinem Budget zu neuem Chic verholfen.

Philipp erinnerte sich auf der Suche nach seinem Thema an eine frühere Faszination für Marionettenfiguren und baute – mittlerweile handwerklich durchaus versiert – eine Marionettenbühne und eine professionell gestaltete Figur. Praktischerweise taugt die Bühne auch für den mobilen Einsatz „to go“, wenn die großen Häuser mal wieder alle ausgebucht sind!

Vom Erfolg selbst überrascht, war Alessia, die Spenden für Weihnachtspäckchen zugunsten bedürftiger Kinder in Rumänien sammelte. An der Schule hatte sie Eltern und Mitschüler zur Mithilfe aufgerufen und berichtete: „Es war eine tolle Erfahrung, dass so viele reagierten und mir Sachen vorbeibrachten oder Geld spendeten. Am Schluss war unsere ganze Wohnung voll Zeug und keiner hatte mehr einen Überblick – die ganze Familie musste beim Packen helfen!“ Statt der 100 Stück, die sie sich ursprünglich zum Ziel gesetzt hatte, konnte sie am Ende einen stattlichen Berg von 178 Paketen an den Verein Humedica übergeben.

Von so manchem Rückschlag wusste Tristan zu berichten, der eine maßgeschneiderte und rund einen Meter große Vitrine für seine Modellautos mit Beleuchtung und auch noch sanfter Bewegung mittels einer Drehbühne gebaut hatte. „Der erste Motor, den ich eingebaut hatte, schleuderte die Autos durch das ganze Zimmer. Nach einem Versuch mit einen Plattenspieler – der als zu kostspielig verworfen wurde – brachte dann der Drehteller einer Mikrowelle vom Wertstoffhof den richtigen Schwung!“ Eine volle Ferienwoche hatte Tristan zuvor investiert, um sich das nötige Know How in einem Glasereibetrieb anzueignen. Die Umsetzung überzeugte die Anwesenden: Glänzend und drehbar!

Die Suche nach dem Glück brachte Lili schließlich filmisch auf das Fazit: „Man muss sich schon selbst um sein Glück kümmern. Wichtig ist, offen und in Bewegung zu bleiben und das umsetzen, was einen antreibt.“ Um die Jugendlichen, die mit soviel Charme und Selbstbewusstsein ihr Thema präsentierten, machten sich die Besucher nach diesem Tag ein kleines bisschen weniger Sorgen. Danke!