Margarete Bause zu Besuch

Am 23.05. hat Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag die Emile besucht. Ihren Eindruck hat Sie wie folgt beschrieben:

Zu den angenehmsten Terminen gehören für mich Besuche an Schulen, die verstanden haben, dass Lernen mehr ist als Faktenwissen, und die erkannt haben, dass gute Bildung nicht mit einer Notenskala erfasst werden kann. Beim Besuch der Neubiberger Emile Montessori-Schule war es wieder einmal soweit: Es gab Grund zur Freude, nicht nur, weil es hier auf der geplanten FOS einen Zweig für Naturwissenschaft und Technik geben wird – das ist dann einmalig in Bayern.

Eine Schule von der ersten Klasse bis zum Abschluss –welchem auch immer– mit kleinen Klassen, viel Projektarbeit, neuen Lernkonzepten und Chancengleichheit. Eine Schule, die Zeit und Raum für alle bietet, die jedes Kind einzeln schätzt und fördert, und deren Vorstellung von Bildung nicht mit dem Lehrplan erschöpft ist, sondern darüber hinaus das Ziel verfolgt, alle AbsolventInnen selbstsicher aus dem Schulbetrieb zu entlassen und ein selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen. Eine Generation junger Erwachsener, die locker mit ihren Stärken und Schwächen umgehen und angstfrei lernen kann. Erwachsene, für die Fragen und Helfen selbstverständlich ist, die gut miteinander umgehen und im Team arbeiten können, aber auch in der Lage sind, Problemstellungen allein anzugehen und Lösungen zu finden.

Für mich war es sehr motivierend zu sehen, wie selbstverständlich die SchülerInnen mir ihre Projektarbeiten –vom Comicband bis zur selbstgebauten Orgel– zeigten und mir erklärten, was sich hinter den Abkürzungen IBAN und BIC versteckt. Auch ich habe also etwas gelernt. Die Emile-Monte-Schule zeigt einmal mehr, dass Schule begeistern kann.

Schule der Vielfalt und der Zeit

Sie ist eine Schule, in der Vielfalt gelebt und geschätzt wird und die einen rhythmisierten Ganztagesunterricht anbietet. Mit Lehrkräften, die sich bewusst dafür entscheiden, den Regelschulbetrieb in seiner jetzigen Form nicht weiter unterstützen zu wollen. Das erzählt mir die Geschäftsführerin Kirsten Hartherz. Auch berichtet sie von jahrelangem und auf allen Ebenen stattfindenden Widerstand aus dem Kultusministerium und ihrem beständigen Kampf für eine vielfältige und moderne Schule. Überhaupt lebt die Emile-Monte-Schule von Überzeugung und Engagement, auch dem der Eltern, die nicht nur ihre Freizeit, sondern auch Schulgeld investieren müssen. Hier lernt man ganz nebenher, dass Egoismus gesund sein kann, aber die Gemeinschaft unverzichtbar ist. Leistung und Freude an Leistung, das geht auch menschlich.

Damit derlei Chancen und Möglichkeiten wirklich allen Kindern offenstehen und nicht vom guten Willen oder den Finanzmöglichkeiten der Eltern abhängig sind, braucht es ein Gesamtkonzept statt Stückwerk. Kurz: Wir brauchen Schulen, die Mut – nicht Druck – machen.