Besuch des Konzentrationslagers Dachau

Im Dezember besuchte die Gruppe Terra 9 das KZ in Dachau. „Arbeit macht frei.“ Dieser Satz auf der Eingangstür des Lagers vermittelte uns den ersten Eindruck. Damals liefen die Sträflinge mit einer Illusion von Hoffnung ebenfalls durch dieses Tor.

Der Eintritt ist für Besucher frei, da der Staat kein Geld mit diesem Leid verdienen möchte. Am 22. März 1933 öffnete bei Dachau auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik mit Gleisanschluss das KZ Dachau. Es konnten dort 2000-2500 Gefangene untergebracht werden. Dachau war als Arbeitslager konzipiert. Auch wenn Dachau kein ausgewiesenes Vernichtungslager war, kamen hier bis zum Ende des zweiten Weltkrieges über 40.000 Menschen zu Tode.

Nachdem wir durch die Türe traten, kamen wir auf den leeren Appellplatz. Zuerst sahen wir einen Film auf Englisch über die Geschichte des Konzentrationslagers Dachau. Der Film schockierte uns und der Kinosaal war überfüllt von Stille. Man sah, wie elend es den Sträflingen ging. Wie sie verhungerten, gequält wurden und letztendlich unmenschlich hingerichtet wurden.

„Es wird nie ein anderes Dachau geben.“ Dies war ein Zitat aus dem Film. Eine Drohung war: „Ihr werdet hier arbeiten oder verrecken!“ Hunde und Katzen bekamen mehr Essen als die Häftlinge. Die Sträflinge mussten sich abends nach der Arbeit auf den Appellplatz stellen und wurden dort alle gezählt. Fehlte einer, mussten alle solange mit Blick nach vorne, Händen an der Hosennaht und geradem Rücken stehen bleiben, bis die Person lebendig oder tot gefunden wurde. Teilweise mussten sie bei minus 30 Grad, was zu der Zeit im Winter üblich war, bis zu eineinhalb Tage dort ohne Essen und Trinken verbringen, ohne auch nur ein Wort zu wechseln. Bewegte sich einer, wurde dieser sofort an Ort und Stelle erdrosselt oder erschossen.

Solche grausamen Fakten erfuhren wir während der Führung. Insgesamt waren die Eindrücke sehr bedrückend. Nach dem Besuch in Dachau ist die Rückfahrt für einige sehr nachdenklich abgelaufen. Wir hoffen auf Weltfrieden, wir hoffen auf Gerechtigkeit, wir hoffen auf Gemeinschaft. Wir hoffen, dass nie wieder Krieg ausbricht, wir hoffen, dass nie wieder solche grausamen Taten ausgeführt werden.

Isabell und Florentine